Wie eng spielt man an der Blase?

Enger — aber weniger, als die meisten denken. Gegen ein All-in geht der Solver an der Blase mit durchschnittlich 14,1 von 169 Blättern mit, im Geld mit 16,8. Das sind rund 16 % Unterschied: spürbar, aber weit entfernt von „an der Blase foldet man alles“.

Die Zahl

LageBlätter, die mitgehenLagen
an der Blase14,1181
weit vor dem Geld14,444
im Geld16,8942

„An der Blase“ heißt hier: höchstens das 1,2-fache der bezahlten Plätze ist noch im Turnier. Gezählt ist je Lage, wie viele der 169 Blätter mehrheitlich nicht folden, dann gemittelt. Die mittlere Zeile ruht auf nur 44 Lagen — sie ist ein Hinweis, kein Beweis.

Die Überraschung steht in der Mitte

Weit vor dem Geld spielt der Solver genauso eng wie an der Blase — 14,4 gegen 14,1. Das widerspricht dem Gefühl, dass man früh im Turnier lockerer sein dürfe.

Der Grund ist derselbe wie bei ICM überhaupt: solange noch nichts gewonnen ist, kostet ein verlorenes All-in alles, was noch kommen könnte. Erst wenn das Geld erreicht ist, hat jeder etwas in der Hand — und kann etwas riskieren.

Die Blase ist also kein Sonderfall, in dem man plötzlich eng spielt. Sie ist die Stelle, an der man noch nicht lockerer werden darf.

Wo die Antwort aufhört

Der Durchschnitt sagt nichts über Stackgrößen: ein kurzer Stack an der Blase spielt anders als ein großer, und gerade dort ist der Unterschied am größten. Wer die Blase wirklich verstehen will, muss auf seinen eigenen Stack sehen — das ist ein eigenes Thema.

Alle Zahlen gelten vor dem Flop, in Turnieren mit Auszahlungsstruktur.

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