Wann foldet man Damen?
Selten — aber es gibt sie. In 14 der 3053 durchgerechneten Lagen wirft der Solver QQ zu mindestens 80 % weg, und 13 davon sind im Geld. Das Muster ist jedes Mal dasselbe: jemand eröffnet aus früher Position, jemand anderes erhöht, und es geht um Auszahlungsplätze.
Die Zahl
14 von 3053 sind 0,5 %. QQ ist also fast immer ein Spiel — die Frage ist nicht, ob man es foldet, sondern woran man die Ausnahme erkennt. Alle 14 teilen drei Merkmale:
| Merkmal | in wie vielen der 14 |
|---|---|
| Eröffnung UND Erhöhung vor dir | 14 |
| im Geld (Auszahlungsplätze laufen) | 13 |
| Finaltisch oder kurz davor | 13 |
Warum ausgerechnet Damen
Gegen eine einzelne Eröffnung ist QQ eine der besten Hände überhaupt. Gegen eine Eröffnung und eine Erhöhung aus frühen Positionen ändert sich die Lage: die Ranges, die dort noch mitspielen, bestehen aus AA, KK und AK. Gegen AA und KK liegt QQ weit hinten, gegen AK wirft es eine Münze.
Im Cash Game wäre das trotzdem oft ein Call — eine Münze mit etwas Totgeld im Pot ist kein schlechtes Geschäft. Im Turnier nicht: die Münze kostet im Verlustfall einen Auszahlungsplatz, und der ist Geld. Das ist der ICM-Effekt in einem Satz.
Und das Gegenstück macht es deutlich: in genau denselben Lagen geht AKo zu 90 % All-in. Nicht die Schönheit des Blattes entscheidet, sondern gegen was es steht.
Wo die Antwort aufhört
Diese 14 Lagen sind Ausnahmen, keine Regel. Wer nach diesem Artikel anfängt, Damen häufig wegzuwerfen, hat mehr verloren als gewonnen: in den anderen 3039 Lagen ist QQ ein Spiel, und in vielen davon ein sehr gutes.
Alle Zahlen gelten vor dem Flop und für Turniere mit Auszahlungsstruktur.
Diese Hand kannst du sofort spielen
Auf der Startseite steht eine Probe mit drei Händen, ohne Konto. Die zweite davon ist genau so eine Lage: Button, 30 Big Blinds, Finaltisch, Eröffnung und Erhöhung vor dir — und du bekommst QQ. Der Solver foldet dort zu 93 %.